Sind wir noch sicher vor gesundheitlichen Schäden?

Jeder Deutsche kauft gerne Obst und Gemüse und möglichst frisch sowie frei von Pestiziden. Was wir in den Supermarktketten allerdings vorfinden ist alles andere als gesundheitsfördernd. Das wissen die Filialleiter auch, wo die Frischewaren herkommen und was sich darin befindet. Doch wer tut was dagegen? Wehren sich die Discounter gegen die Veruntreuung von Obst und Gemüse?

Greenpeace ging der Sache auf den Grund

Greenpeace ermittelte den bisherigen Zustand in den Supermarktketten. In einer großen Befragung kam es zu erschreckenden Ergebnissen. Das Umdenken der Supermarktbetreiber hat längst noch nicht stattgefunden. Es ist nach wie vor ein großes Problem, selbst wenn die Ergebnisse sehr gemischt ausfielen.

Schon vor Jahren wurden Tests gemacht, die den Pestizidgehalt bei Frischobst ermittelten. Das Problem hat sich kaum geändert. Immer wieder entdecken die Forscher neue Pestizidbelastungen bei Obst und Gemüse in fast allen Supermärkten. Bei den Werten stellte sich heraus, dass die Lebensmittel mehrere gesundheitsschädigende Pestizide enthielten. Das ist nicht nur erschreckend bei gesunden Menschen, viel mehr macht es ebenso Sorgen bei Schwangeren und ihren noch nicht einmal das Licht der Welt erblickten Föten, die mit verunreinigt werden. Die meisten Pestizide sind aggressiv und langlebig, sodass sie über viele Jahre den Boden verunreinigen und in die örtlichen Gewässer dringen.

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Es ist Zeit zu handeln

Greenpeace ging diesen verblüffenden Ergebnissen auf die Spur und wollte wissen, was die Supermarktketten dagegen tun, sich gegen die Pestizidbelastung einzusetzen. Auch diese Ergebnisse ließen viele Fragen offen. Die Tests erfolgten an 11 Supermärkten. Wie sind die Grenzwerte der Belastung und welche Laboranalysen wurden gemacht? Gefragt wurde ebenfalls danach, ob die Supermärkte mit den Landwirten und Zulieferern Gegenmaßnahmen ergriffen hätten. Hier sollten strengere Maßnahmen ergriffen werden.

Keine der 11 befragten und getesteten Supermärkte erreichte eine Punktzahl für pestizidfreie Obst- und Gemüsewaren. Natürlich gibt es einige Märkte, die insgesamt besser abschneiden, das Problem an sich wurde jedoch bei allen nicht behoben. Weniger als alle anderen Waren sind jene bei REWE und Kaufland. Hier erreichte die Anzahl der Pestizide 50 Prozent. Auch Aldi kann diesem Ergebnis standhalten. Hier wird mehr darauf geachtet, dass nicht zu viele Pestizide in die Angebote von Obst und Gemüse gelangen. Ausbring-Verbote werden nach wie vor kaum in Anspruch genommen.

Kaufland zeigt hier doch noch eine besondere Aktivität, sie erlauben nur einem Drittel der angebotenen Waren auf den Markt zu kommen und bereits vorher werden direkt auf dem Feld unzählige Analysen durchgeführt. Aldi liegt mit seinem Engagement sehr weit vorne, denn auch hier sind vorher Messungen erfolgt, die den Zulieferern pro Kultur nur 5 Prozent Pestizide erlauben. Natürlich, 5 Prozent sind auch zu viel, Messungen haben dennoch 80 Prozent, also 20 Prozent statt 5, in einigen Produkten erreicht.

Metro, Lidl, Netto, Edeka und andere

Jetzt kommt der Mittelstand, bei denen die meisten Waren gekauft werden. Hier werden die größten Bioprodukte angeboten. Sind es allerdings wirklich pestizidfreie Bioprodukte ohne gesundheitsschädigende Wirkung? Bei Bioprodukten und regionalen Produkten gibt es keine über die Regelungen hinausgehenden Vorschriften. Der Schein trügt also. Lidl versucht, die Grenzwerte strikt einzuhaltenden, aber auch hier bleibt ein weiter Spielraum. Gerade mal ein Drittel der Höchstmengen dürfen nicht überschritten werden. Ist das nicht ein Drittel zu viel? Die Messergebnisse fanden bisher keinerlei Veröffentlichungen.

Jetzt wird es kritisch. Edeka, Netto und Norma versucht zwar die Anzahl der Pestizide zu beschränken, lässt aber die Pestizide von der EU-Richtlinien trotzdem zu. Die regionalen Angebote mit einer Pestizidanzahl von 50 Prozent werden zugelassen. Diese Markenprodukte hingegen dürfen noch höher belastet sein. Diese Märkte schneiden sehr schlecht ab. Und es geht noch weiter: die Unternehmen Globus und Coop investieren von vornherein nichts in die gesundheitsschädigende Thematik der Pestizide. Klar, auch hier werden ab und an Kontrollen gemacht, es lässt sich dennoch erkennen, dass diesen Marktketten die Gesundheit eines Menschen nicht am Herzen liegt.

Die Enttäuschung liegt nahe

Greenpeace und auch die Bürger sind enttäuscht von diesen Ergebnissen. Pestizide gehören nicht auf das Feld und schon gar nicht in unsere Küchen. Die Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace sieht es ähnlich und ruft die Märkte auf, sich stärker für die Umwelt und die Gesunderhaltung der Bürger einzusetzen. Die Spritzmittel machen krank, Krebsgefahren sind nicht ausgeschlossen.
Wie schützen sich die Menschen nun vor diesen Pestiziden in Obst und Gemüse? Nun, wir können uns nicht gerade in den Superketten mit irgendwelchen Apparaten hinstellen und die Pestizide prüfen, bevor wir die Produkte kaufen. Die Filialleiter zu befragen hat ebenso wenig Sinn, da sie sicher nicht die wirklichen Pestizidanteile preisgeben. Diese Leute sind auf Verkauf getrimmt, nicht auf die Wahrheit. Es gibt nur eins: Erkundigen sie sich vorher, welche Märkte die besten Werte veröffentlichen und meiden Sie Läden mit hohen Pestiziden. Das Beste ist immer noch, den eigenen Garten zu bewirtschaften, falls er vorhanden ist.